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Nach dem Angriff auf den CSD in Berlin

Solidarität heißt trauern und schützen: Queere Menschen brauchen sichere Räume!

Pressemeldung von DaMigra (Dachverband der Migrantinnenorganisationen) vom 27. Juli 2026

Berlin, 27. Juli 2026. Was sich am Samstag beim diesjährigen CSD in Berlin ereignet hat, lässt uns und eine ganze Community fassungslos zurück. Wir trauern um den Menschen, der bei diesem brutalen Angriff aus dem Leben gerissen wurde. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, den Verletzten und allen Menschen, die diesen Angriff miterleben mussten oder seine Folgen nun tragen. Unsere Gedanken sind bei der gesamten queeren Community. In diesen schweren Stunden gilt es mehr denn je, eng zusammenzustehen und Hand in Hand Solidarität zu zeigen.

Am Samstag ist ein Mensch auf ein Fest für Liebe, Vielfalt und Selbstbestimmung gegangen – um trotz oder gerade wegen der zunehmenden queerfeindlichen Bedrohungen sichtbar zu sein und die Rechte zu feiern, die sich queere Menschen über Jahrzehnte erkämpft haben. Dieser Mensch wurde grausam aus dem Leben gerissen. Queere Menschen leben tagtäglich mit der Angst vor Anfeindungen, vor körperlicher und psychischer Gewalt. Diese Angst hat sich an diesem Tag erneut auf erschütternde Weise bestätigt und reiht sich ein in ein gesellschaftliches Klima, das zunehmend von Hass und Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Wir denken an alle Betroffenen und wünschen ihnen Kraft für die kommende Zeit.

Und zugleich sehen wir erneut, wie dieser Angriff bereits politisch instrumentalisiert wird. Während Menschen trauern und Verletzte um ihr Leben kämpfen, versuchen rechtsextreme und konservative Kräfte, diesen furchtbaren Tag für ihre menschenfeindlichen Ideologien zu vereinnahmen. Queere Menschen werden gleichermaßen von Extremisten, von Fundamentalisten und auch von der Politik zunehmend angegriffen. Und eben jene Kräfte, die sonst gegen Menschenrechte hetzen, instrumentalisieren nun die Trauer und Angst, um ihre migrations- und menschenfeindlichen Positionen zu legitimieren und ihren Hass zu schüren. 

Wir stehen solidarisch an der Seite aller Betroffenen. Weder religiöser Fundamentalismus noch Rassismus dürfen verharmlost oder gegeneinander ausgespielt werden. Beide Ideologien sind menschenfeindlich, sie töten und richten sich gegen Freiheit, Demokratie, Vielfalt und gleichberechtigte Teilhabe.

Wer sich für Menschenrechte und eine vielfältige Gesellschaft einsetzen will, muss sich gegen jede menschenverachtende Anschauung stellen, die Gleichberechtigung und Pluralismus angreift. Diese Kämpfe gehören zusammen.

Was queere und marginalisierte Menschen jetzt brauchen, sind sichere Räume und echter Schutz. Sie brauchen eine Politik, die Menschenrechte verteidigt, statt gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen. Und sie brauchen Solidarität, die sich nicht in Trauerbekundungen erschöpft, sondern sich in konkretem politischen Handeln widerspiegelt.

END

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