OMAS GEGEN RECHTS
Darmstadt
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Darmstadt

Grußwort Barbara Akdeniz zur Vernissage

24.8.2026, 18.Uhr, Foyer Justus-Liebig-Haus

Barbara Akdinezbei der Vernissage des Projektes

Sehr geehrte Gäste,

liebe Organisatorinnen,

liebe Mitwirkende,

ich begrüße Sie herzlich zur Ausstellungseröffnung „Was ich anhatte“.

Zuerst möchte ich mich herzlich bedanken bei den OMAS GEGEN RECHTS, der Pro Familia und dem Frauenbüro für die Organisation dieser wichtigen Ausstellung. Die OMAS GEGEN RECHTS gehen kontinuierlich für eine demokratische Gesellschaft auf die Straße, zeigen Haltung und positionieren sich gegen Rechtsextremismus.

Und von daher ist es folgerichtig, dass ihr auch die Initiative für die Ausstellung „Was ich anhatte“ initiiert habt, denn es geht gegen patriarchale Gewalt – und ich weiß, Rechte und Rechtsextreme lieben das Patriachat, deshalb gilt umso mehr: Schluss mit dem Patriachat. Diese Ausstellung ist kein gewöhnlicher Beitrag im kulturellen Kalender unserer Stadt. Sie ist keine klassische Kunstausstellung im engeren Sinne. Sie ist ein eindringlicher gesellschaftlicher Appell und ein Raum, der zum Hinschauen und Nachdenken zwingt. Sie irritiert, sie erschüttert und sie macht sichtbar, was viel zu oft unsichtbar bleibt. Im Zentrum steht dabei eine Frage, die Betroffene sexualisierter Gewalt viel zu häufig hören: „Was hattest du denn an?“

Diese Frage ist nicht neutral. 
Sie verschiebt Verantwortung und lenkt den Blick weg von den Tätern hin zu den Betroffenen.
Damit wird ein gesellschaftliches Narrativ gestärkt, das Betroffene in die Rechtfertigung drängt und Zweifel an ihrem Erleben erzeugt. Sexualisierte Gewalt ist kein Randphänomen
Sie ist Ausdruck geschlechtsspezifischer Gewalt, von der insbesondere Frauenbetroffen sind. 

Aktuelle Zahlen zeigen weiterhin ein hohes Ausmaß registrierter Straftaten im Bereich sexualisierter Gewalt, bei zugleich hoher Dunkelziffer. Diese Realität macht deutlich, wie dringend Aufklärung, Prävention und verlässliche Unterstützung sind.

Besonders hervorheben möchte ich daher auch, dass die Ausstellung hier vor Ort durch ergänzende Informationen erweitert wurde. An den Seitenbereichen sowie in einer Broschüre zum Mitnehmen finden Sie weiterführende Hinweise zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt, zum lokalen Hilfesystem hier in Darmstadt, zu Beratungsstellen und zu konkreten Unterstützungsangeboten für Betroffene. 

Was diese Ausstellung zugleich auch ist: 
Sie ist Teil eines größeren Ganzen: des Projekts #Hinschauen – Gemeinsam gegen patriarchale Gewalt
Es ist in enger Kooperation zwischen Zivilgesellschaft, Fachpraxis und Verwaltung entstanden. 

Ich danke hierbei insbesondere der Initiative OMAS GEGEN RECHTS, die den Impuls gegeben hat, diese wichtige Ausstellung nach Darmstadt zu holen, sowie pro familia Darmstadt für die fachliche Begleitung und Expertise. 

Die enge Zusammenarbeit mit dem Frauenbüro der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat es ermöglicht, diese Ausstellung fachlich fundiert und kontextualisiert in unsere Stadt zu bringen und durch ein vielfältiges Rahmenprogramm zu ergänzen.

Der Hashtag im Projekttitel ist bewusst gewählt. Das „#“-Zeichen verweist nicht nur auf digitale Kommunikation, sondern macht auch deutlich, dass geschlechtsspezifische und patriarchale Gewalt längst im digitalen Raum stattfinden:

Die sexualisierten Deepfakes im Zusammenhang mit Collien Fernandes, der Fall Gisèle Pelicot sowie die Aufdeckung digitaler Netzwerke von Sexualstraftätern, aber auch die alltäglichen digitalen Angriffe, Einschüchterungen und Abwertungen von Frauen, auch und insbesondere gegen jene, die sich öffentlich oder politisch engagieren, zeigen die unterschiedlichen Dimensionen digitaler Gewalt. Sie alle machen eines deutlich: Digitale Gewalt ist real. Sie ist keine Randerscheinung des Internets, sondern eine ernstzunehmende Form geschlechtsspezifischer Gewalt, der wir als Gesellschaft entschlossen etwas entgegensetzen müssen.

Daher: „#Hinschauen. Gemeinsam gegen Patriarchale Gewalt.“ steht für Mehr: 
Es steht für Verantwortung und für die Bereitschaft, hinzusehen statt wegzusehen, zu widersprechen statt zu schweigen. 

Das Projekt macht sichtbar, dass geschlechtsspezifische und patriarchale Gewalt uns alle betrifft und dass es unsere gemeinsame Aufgabe ist, ihr entschieden entgegenzutreten. 

Ich wünsche dieser Ausstellung und ihrem vielfältigen Begleitprogramm viele Besucherinnen und Besucher, viele Gespräche und vor allem offene, ehrliche und vielleicht auch herausfordernde Momente der Auseinandersetzung. Momente, die zum Nachdenken anregen, eigene Perspektiven hinterfragen und neue Einsichten ermöglichen. Denn genau darin liegt die Kraft des gemeinsamen Hinschauens.

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