Stellt Euch vor, Ihr steht bei nasskaltem Wetter und Temperaturen gerade über Null mit Eurem Infostand der OMAS GEGEN RECHTS in der Fußgängerzone Eurer Stadt. Frierend versucht Ihr Anfang 2025 Menschen, die eigentlich nur schnell etwas einkaufen oder umtauschen wollen, zum Stehenbleiben einzuladen, um sie dazu zu bewegen, unbedingt bei der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar zu wählen – und zwar eine demokratische Partei.
Da rauscht ein junger Mann dynamisch heran, kommt hinter den Infotisch und begrüßt Euch mit den Worten „Oh meine Omas, ich liebe Euch, Ihr seid toll“, lächelt Euch an und herzt jede, die es möchte.
So geschehen bei uns in Darmstadt. Der junge Mann ließ in der Zeit vor der Bundestagswahl seine Ausbildung sausen, engagierte sich Vollzeit u.a. im Bündnis gegen Rechts und bei amnesty international, war maßgeblich an der Gründung der “Studis gegen Rechts“ in Darmstadt beteiligt und unterstützte die “Schülis gegen Rechts“ bei ihrer Gründung. Er organisierte etliche Aktionen und Demonstration mit, die sich zum Ziel gesetzt haben zu zeigen, dass im bunten, weltoffenen Darmstadt kein Platz für rückwärtsgewandte, national geprägte, menschenverachtende Politik ist. Und wenn wir OMAS bei gemeinsamen Aktionen des Bündnisses beim Standaufbau strauchelten, dann war er da mit der Frage: “Was braucht Ihr? Einen Tisch? Eine Bierzeltbank? – kein Problem!“

Am 08.02.25 wuchs er dann über sich hinaus. Bei der großen Demonstration „Solidarität statt Rechtsruck“ hielt er vor einigen Tausend Menschen eine außergewöhnliche “Rede gegen Rechts“, die in einer so authentischen Weise politisches Klima und persönliche Betroffenheit zusammen- und rüberbrachte, dass sie die Zuhörenden in ihren Bann zog und viel stärker berührte als die “antikapitalistischen Kampfreden“, die sonst bei solchen Gelegenheiten öfters gehalten werden.
Der Applaus für die Rede war laut und lang. Und er galt auch Muro und seinem Engagement und seinem Mut zu dieser Rede.
Wir OMAS GEGEN RECHTS gehen ja auch für die Enkelgeneration auf die Straße. Wir wollen, dass diese heranwachsende Generation den hohen Wert der Errungenschaften unseres Grundgesetzes, unser aller Grundrechte und Freiheiten nicht als selbstverständlich hinnimmt. Und in Muro haben wir einen wichtigen Partner gefunden, ein Bindeglied zur jungen Generation, einen, der weiß, wie sie tickt und wie man sie erreichen kann. Einen, der’s kapiert hat und weitergibt. Deshalb haben wir ihn mit der Verleihung des Buttons “OMA SCHICKT MICH“ zu unserem Ehren-Enkel erklärt.Und er hat die Wahl angenommen.
Foto: Quelle ist ein Still aus dem Film “Mutig und laut für die Demokratie – Die Omas gegen Rechts Darmstadt“ Diese Reportage ist ein studentisches Projekt im Rahmen einer Bachelorarbeit von Nico Stütz und Marie-Louise Zein im Studiengang Onlinejournalismus an der Hochschule Darmstadt aus dem Sommer 2025.