24. August | 18:00
Eröffnung der Ausstellung am 24.08.2026, 18:00 Uhr, im Justus-Liebig-Haus
mit Grußworten von Bürgermeisterin Barbara Akdeniz sowie Dr. Erik Sparn-Wolf, Regionalgeschäftsführer Darmstadt des Paritätischen Hessen. Im Anschluss führt Miriam Seel, Fachberaterin von pro familia Darmstadt, durch die Ausstellung.
Weitere Führungen: 27.08., 17:00–18:00 Uhr; 04.09., 15:00–16:00 Uhr. Keine Voranmeldung erforderlich.
Das Projekt „#Hinschauen. Gemeinsam gegen patriarchale Gewalt“
Das Projekt möchte unterschiedliche Formen geschlechtsspezifischer Gewalt einer breiten Öffentlichkeit sichtbar machen. Patriarchale Gewalt, vor allem sexualisierte Gewalt, männliche Partnerschaftsgewalt und Femizide, ist kein Randphänomen. Sie ist tief in gesellschaftlichen Macht- und Geschlechterverhältnissen verankert. Gewalt gegen Frauen findet jeden Tag statt – in allen Ländern, in allen Kulturen – und auch bei uns. „In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt; etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch ihren aktuellen oder durch ihren früheren Partner“, heißt es in einem Bericht des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Das Projekt #Hinschauen: Gemeinsam gegen patriarchale Gewalt leistet hierzu einen interdisziplinären Beitrag in der Präventions-, Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit. Es schafft Räume für Information, Austausch und Solidarität und richtet sich an eine breite Öffentlichkeit, insbesondere an junge Erwachsene. Besuche von Schulklassen und Gruppen (ab Klasse 10) sind ausdrücklich erwünscht.
Die Anmeldung ist möglich unter: schulklassen.termine@hessen.profamilia.de

Ausstellung „Was ich anhatte“
Im Zentrum des Projekts steht die Ausstellung „Was ich anhatte“.
12 Frauen erzählen darin ihre Geschichte von sexuellen Übergriffen, von Nötigung und Vergewaltigung. Etwa Alice Westphal, die an einem frühen Morgen im Park überfallen und vergewaltigt wurde. Der Täter wurde gefasst. In der Gerichtsverhandlung fragte dessen Anwältin nach ihrer Kleidung bei dem Überfall. Sie wollte also damit suggerieren, das Opfer habe vielleicht den Täter mit ihrer Kleidung provoziert, trage also eine Mitschuld an der Tat.
Ein untragbarer Vorwurf, das zeigt die Wanderausstellung eindrücklich: Die Exponate sind die Kleidungsstücke, die die Frauen bei der Tat getragen haben – vom Nachthemd einer 80-jährigen Frau bis hin zum Kleid eines sechsjährigen Mädchens.
Da die Ausstellung belastende Themen aufgreift, sind geschulte Fachkräfte vor Ort, die bei Bedarf Unterstützung und Gespräche anbieten.
Die Ausstellung macht sehr deutlich: Sexualisierte Gewalt ist niemals durch Kleidung erklärbar oder zu rechtfertigen. Die Kleidung ist für das Geschehen irrelevant.
Das Programm soll dazu beitragen, geschlechtsspezifische Gewalt aus der Tabuzone zu holen, weg vom Schweigen, weg von Individualisierung und Schuldumkehr, hin zu einem strukturellen Verständnis von Gewalt und zur Stärkung von Betroffenen. Patriarchale Gewalt soll als gesellschaftliches Problem sichtbar gemacht und Verantwortung klar benannt werden.
Schuld und Scham dürfen nicht länger bei den Betroffenen liegen: Sie müssen die Seite wechseln.
Eine Ausstellung zu sexualisierter Gewalt: Schuld ist nicht das Opfer!
