Wir hatten kurzfristig erfahren, dass die AfD am 22.8.2026 einen Informationsstand auf dem Straubplatz in Darmstadts Heimstättensiedlung aufbauen würde. Gemeinsam mit den Schülis gegen Rechts haben wir ihm und seinen Betreibern einen Besuch abgestattet.
Unsere Gruppe war nicht zu übersehen und vor allem auch nicht zu überhören. Wir zogen nicht nur die missmutigen Blicke der Standbetreiber auf uns.
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| Omas singen der AfD ein Ständchen | Demoplakat ‚Rechts wählen ist 1933‘ | Demoplakat ‚Alle meine Freunde hassen die AfD‘ |
Etliche Passanten aus der Heimstättensiedlung und der benachbarten Postsiedlung auf dem Weg zum Wochenendeinkauf wurden auf uns aufmerksam, blieben für kurze Gepräche bei uns stehen, oder gleich ganz dabei. Besorgte Bürger gaben uns mit einem „Toll, dass ihr da seid. Wir wollen die hier nicht haben!“ zu verstehen, dass wir mit unserem Protest richtig liegen. Die Betreiber des AfD-Stands und ihre Besucher waren schließlich klar in Unterzahl.
Ein Passant fragte kopfschüttelnd „Was wollen die denn? Wollen die wieder zurück in die Zustände von 1930 und danach?“ Er erzählte, dass seine Eltern Anfang der 50er-Jahre aus Palästina geflohen und auf Umwegen in Südhessen gelandet sind. Sie arbeiteten auf dem Bau und halfen beim Aufbau der zerstörten Städte des Rhein-Main-Gebiets nach dem 2. Weltkrieg. Wie hätte Deutschland ohne Gastarbeiter ausgesehen?
In der unmittelbar benachbarten Bäckerei zeigte ein Anhänger der AfD seine Gesinnung ungeschminkt: Er bestellte einen Kaffee und als er ihn von einer Frau mit dunkler Hautfarbe überreicht bekommt, lehnt er ihn entrüstet mit den Worten „Nein, von Ihnen nehme ich keinen Kaffee an!“ ab. Das Schauspiel wiederholte sich noch ein weiteres mal. Die Frau war völlig konsterniert. Alle Mitarbeiter der Filiale haben den Mann ohne jeden Einkauf des Hauses verwiesen. Das war ein starkes Statement.
Man ist fassungslos: Wir haben 2026 und nicht 1933! Ein mal mehr konnte man sehen, dass es wenig Sinn macht, AfD-Gesinnung „inhaltlich zu stellen“. Denn es geht nicht um Inhalte. Es geht um Ressentiments, Hass und Spaltung.


