In vielen Städten wurde am Samstag der Tag des Grundgesetzes gefeiert. Vor 77 Jahren am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verkündet. In Darmstadt hatte die AWO im Rahmen ihres Projektes „Tage der Demokratie“ zu einem Rundgang entlang der „Arkaden der Grundrechte“ – einem Säulengang vor dem Justizgebäude eingeladen. Für die Omas ein guter Grund daran teilzunehmen, hatten wir doch erst vor kurzem ein buntes „Grundrechte“-Glücksrad fertiggestellt und am 1. Mai schon gute Erfahrungen damit sammeln können. Uns angeschlossen hatte sich die Initiative Demokratie lebt und einige Oxfam-VertreterInnen.

Pünktlich um 11.00 Uhr hatte sich eine Gruppe von 40–50 Interessierten zusammen gefunden – darunter viele Omas und Opas. Nach einer Begrüßung durch den AWO-Vorsitzenden führte der Landgerichtspräsident Frank Richter durch die lange Arkade
und erläuterte unterhaltsam und praxisnah die einzelnen Grundgesetz-Artikel. Diese kann man an den Stützpfeilern nachlesen und werden durch Fotos des Darmstädter Fotografen Mirko Krizanovic in den Deckenfeldern illustriert.
Von Frank Richter erfuhren wir, dass das Grundgesetz 1949 vom parlamentarischen Rat zunächst provisorische Verfassung verkündet wurde. Es sollte die Eckpfeiler der deutschen Demokratie bestimmen und läutete eine neue Ära in der deutschen
Geschichte ein. So sind einige wichtige Artikel sogenannte Abwehrrechte gegen den Staat, ausgehend von den Erfahrungen der NS-Zeit. Das Grundgesetz steht über allen anderen deutschen Gesetzen, ist nur mit einer 2/3 Mehrheit änderbar und sichert so die Grundrechte der BürgerInnen. Von Artikel 1 über den Schutz der Würde aller Menschen bis zum letzten Artikel über die richterliche Unabhängigkeit gab es viel Interessantes zu erfahren, unter anderem, dass Elisabeth Selbert, die dafür kämpfte, dass die Gleichberechtigung der Frauen in Artikel 3 aufgenommen wurde, aus Hessen stammte.
Am Ende der Arkade hatten wir unseren Stand aufgebaut mit dem bunten Oma- Banner, viele Materialien zum Thema und dem Glücksrad. Viele Interessierte nutzten die Gelegenheit ihr persönliches Grundrecht zu bestimmen und das passende Kärtchen mit nach
Hause zu nehmen.
