Omas gegen Rechts
Darmstadt
Omas gegen Rechts
Darmstadt

Ein Abend im Chor der „Omas gegen Rechts“ in Darmstadt

Das ist erfunden 🙂 einfach um drei Erlebnisberichte zu haben

Als ich an diesem Mittwochabend den Probenraum betrete, liegt bereits ein leises Stimmengewirr in der Luft. Stühle werden gerückt, Notenblätter verteilt, irgendwo lacht jemand laut auf. Für einen Moment bleibe ich in der Tür stehen, atme durch – dann setze ich mich dazu. Es ist nicht nur ein Chor, denke ich, es ist ein Gefühl von Zusammenhalt.

Die erste gemeinsame Tonleiter ist noch etwas zaghaft, doch schnell füllt sich der Raum mit Kraft und Wärme. Neben mir singt eine Frau, die früher nie vor anderen gesprochen hat. Jetzt hebt sie selbstbewusst die Stimme. Auf der anderen Seite sitzt eine Rentnerin, die jede Probe nutzt, um neue Menschen kennenzulernen. Geschichten werden hier nicht nur erzählt – sie klingen mit.

Zwischen den Liedern wird diskutiert. Über Politik, über Sorgen, über Hoffnung. Es geht um Haltung, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Jede darf sprechen, jede wird gehört. Für mich ist das neu: ein Raum, in dem Engagement nicht laut oder aggressiv sein muss, sondern getragen von Gemeinschaft.

Als ich später wieder nach draußen trete, ist es längst dunkel. Doch in mir klingt noch etwas nach – mehr als nur Melodien. Es ist das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer ist als ich selbst. Und ich weiß: Nächste Woche komme ich wieder.

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