

Sonnenschein und strahlend blauer Himmel waren beste Voraussetzungen für die Demo zum Weltfrauentag beziehungsweise Feministischen Kampftag am Sonntagmittag in Darmstadt. Etwa 350 Menschen aller Geschlechter nahmen teil, und alle Altersgruppen waren vertreten. Natürlich auch wir „Omas“. Etwa 20 von uns waren zum Alice-Denkmal gekommen. Dieses Mal waren einige nicht nur an den weißen Westen zu erkennen, sondern auch an den Pussyhats. Die rosa Mützen sind ein Protest gegen die rückschrittlichen Äußerungen von Donald Trump und zugleich ein Statement für Frauenrechte. Auf dem Weg durch die Innenstadt verteilten wir Postkarten zum Thema Frauenrechte.
Am Alice-Denkmal, auf dem Ludwigsplatz, dem Marktplatz und dem Friedensplatz sprachen die Redner:innen viele unterschiedliche Aspekte des feministischen Kampfes an. Gerti erinnerte daran, dass die Gesellschaft feministisch werden muss, da sich sonst nichts ändert. Rosa mahnte, die Frauen im Iran nicht zu vergessen, die dort unter mehr als schwierigen Bedingungen um ihre Rechte kämpfen. Immer wieder hörten wir die Aufforderung, Kräfte gegen das Patriarchat zu bündeln und für ein schönes, freies und vielfältiges Leben einzustehen. Dabei kamen nicht nur Frauen zu Wort: Am Ludwigsplatz setzte sich Muro, unser „Ehrenenkel“, in einer sehr starken Rede mit dem Thema Männlichkeit auseinander. Er stellte die gesellschaftlich noch immer weit verbreitete toxische Männlichkeit seinem persönlichen Verständnis von Männlichkeit gegenüber. Es sei nicht die Aufgabe der FLINTA-Menschen, Feminismus durchzusetzen, sondern die der Männer. Sein Schlussappell lautete: „Nieder mit dem Patriarchat.“
Viele Frauen seien inzwischen der Ansicht, dass Feminismus nicht mehr gebraucht werde, da alle Ziele bereits erreicht seien, darauf wies eine weitere Rednerin hin. Doch der Kampf für Frauenrechte sei noch lange nicht vorbei. Immer noch gebe es deutliche Unterschiede, etwa beim Einkommen und in der Gesundheit – Stichworte Gender Pay Gap und Health Gap. Sorgearbeit werde weiterhin überwiegend von Frauen übernommen. Ganz zu schweigen von der sexualisierten Gewalt gegen Frauen, die bis zur Tötung durch Partner oder ehemalige Partner reicht. Das ist Beweis genug, dass der Kampf für Frauenrechte noch nicht vorbei ist – weder in Deutschland noch international. „Wenn eine von uns unfrei ist, ist keine wirklich frei“, sagte die Rednerin. Denn Frauensolidarität ist international.