Omas gegen Rechts
Darmstadt
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Olympe-de-Gouges-Ehrenpreis 2026 für die OMAS GEGEN RECHTS in Südhessen

Am 17. Januar 2026 verliehen die SPD-Frauen Hessen-Süd im Haus der Jugend in Frankfurt am Main den Olympe-de-Gouges-Ehrenpreis an 26 südhessische Regionalgruppen der OMAS GEGEN RECHTS. Mehr als 260 Teilnehmer*innen nahmen an der feierlichen Veranstaltung teil – ein deutliches Zeichen für die gesellschaftliche Relevanz zivilgesellschaftlichen Engagements gegen rechte Ideologien.

OGR bekommen den Omlympe de Gouges Preis alle auf der Bühne

Der Ehrenpreis erinnert an Olympe de Gouges, eine frühe Kämpferin für Frauenrechte. Ihre „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ von 1791 stellte Machtverhältnisse radikal infrage. „Mann, bist du fähig, gerecht zu sein? Eine Frau stellt dir diese Frage.“ Olympe de Gouges stellte sie – und bezahlte dafür mit ihrem Leben. 1793 wurde sie dafür hingerichtet. Ihr Einsatz für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit wirkt bis heute nach.

Initiiert wurde der Preis vor 25 Jahren von Ulrike Nissen, MdB a. D., die auch diesmal ein Grußwort sprach. Sie erinnerte daran, dass sie ein vergleichbar großes öffentliches Interesse zuletzt 2013 erlebt habe – bei der Auszeichnung von Semiya Şimşek, Tochter des NSU-Opfers Enver Şimşek. Das zeige, dass der Umgang mit rechter Gewalt und demokratiefeindlichen Tendenzen nichts an Dringlichkeit verloren habe. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit zahlreicher Vertreter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft statt, darunter Kaweh Mansoori, stellvertretender Ministerpräsident Hessens. Er würdigte die Arbeit der OMAS GEGEN RECHTS als unverzichtbaren Beitrag zur Verteidigung von Grund- und Menschenrechten in einer liberalen Demokratie. Auch Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, betonte die Bedeutung von Widerspruch in Zeiten eines gesellschaftlichen Rollbacks – besonders dort, wo die Rechte von Frauen infrage gestellt werden. Olympe de Gouges sei in diesem Sinne eine frühe „Ur-Oma gegen Rechts“ gewesen. Dr. Josefine Koebe, Generalsekretärin der SPD Hessen, hob hervor, was die OMAS GEGEN RECHTS auszeichne: Glaubwürdigkeit, Respekt, Alltagsnähe und einen generationsübergreifenden Einsatz für demokratische Werte – ruhig im Ton, aber klar in der Haltung. Die Laudatio hielt Peter Fischer, Ehrenpräsident von Eintracht Frankfurt. In seiner frei gehaltenen Rede stellte er die Frage, warum die OMAS GEGEN RECHTS so sichtbar seien – und wo eigentlich die vielen anderen gegen Rechts blieben. Heute könne niemand mehr sagen, er habe nichts gewusst.

In ihrer Ansprache machte Jutta Shaikh, stellvertretende Vorsitzende der OMAS GEGEN RECHTS Deutschland e. V., deutlich: Die Bewegung ist nicht parteigebunden, aber klar parteiisch für die Werte des Grundgesetzes. Ziel sei es, Verantwortung zu übernehmen – auch und besonders gegenüber den kommenden Generationen. Mit rund 50.000 OMAS GEGEN RECHTS bundesweit ist die Bewegung heute die größte Frauenbewegung Deutschlands. Ihre Wirkung beruht auf Sichtbarkeit, Beharrlichkeit und Solidarität.

Zum Abschluss der Veranstaltung erinnerte die häufig zitierte Aussage von Martin Niemöller daran, was geschieht, wenn niemand widerspricht:
Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

Zivilcourage kennt kein Alter. Die Wirkung beruht auf Sichtbarkeit, Entschlossenheit und Engagement.

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